INDRA LUX

Geschichten - Technik - Werbung - Aktuelles


Ein Samstag Morgen, irgendwann im Jahr 1989.....

Mit einer Taschenlampe bewaffnet streife ich im Dämmerlicht über den
Flohmarkt am Mainzer Rheinufer. Es ist kurz nach 7 Uhr. 
Der Flohmarkt ist in zwei Bereiche aufgeteilt: Einen für Erwachsene und 
einen für Kinder. Bei den Kindern ist um diese Zeit natürlich noch nicht
viel los, aber einige sind doch schon da(meist mit den Eltern), 
um die besten Plätze zu bekommen.

Also erst mal da nachgeschaut, denn hier kann man immer ein paar
Schnäppchen machen.

In einer Schuhschachtel mit Mickey-Maus-Heften glänzt im Taschenlampen-
strahl ein schwarzes Stück Plastik. Ein Griff und es wird gewiss:
Eine Kamera. Na ja, sicher eine Spielzeugkamera oder sowas, aber nein...
alles dran was eine richtige Kamera braucht.

"Was soll die Kamera kosten?" (Da ich sie irgendwie interessant finde,
würde ich so 20 bis 30 Mark bezahlen).
Antwort eines kleinen Jungen: 2 Mark fuffzisch!
Ich überlege nicht lange, drücke ihm 5 Mark in die Hand und ein 
"Stimmt so".
Der Junge ist froh und ich auch. Leider ergibt sich sonst nichts mehr auf dem Flohmarkt. Also erst mal nach Hause und Kataloge gewälzt. Vielleicht finde ich die INDRA LUX ja irgendwo. Und tatsächlich...bei Cornwall "Historische Kameras". Was mich erstaunt, ist: Nur eine Strichzeichnung als Bild und ein verhält- nismäßig großer Artikel über die Kamera! Also anscheinend nichts mit >Spielzeugkamera?<

Und das steht bei Cornwall:

In den Schaufenstern der Fotohandlungen tauchte im Dezember 1949 eine 
neue Box
auf: Die Indra-Lux. Ihr stromlinienförmiges Gehäuse bestand aus Bakelit und lag leicht in der Hand. Der eingebaute optische Durchsichts- sucher zeigte das Objekt in natürlicher Größe mit "Farbbremse", um das
Bild
in seiner reinen Schwarzweißwirkung beurteilen zu können.
Fixfocuseinstellung von 1,50m bis unendlich, eingebaute Sonnen- und
Siebblende
für Portraits
und fünf bequem in Augenhöhe regulierbare Ein-
stellmöglichkeiten
waren die technischen Eigenheiten der Indra-Lux. Gleichfalls verfügte der Apparat über eine eingebaute Filmreservekammer. Mit dem handelsüblichen Film 4x6,5 schaffte man 12 Aufnahmen im Format 4x4. Der Preis von 12,90 DM verstand sich sogar einschließlich eines einjährigen Allianz-Versicherungsschutzes gegen Beschädigung und Diebstahl! (Exportmodell mit vergüteter Optik DM 14,90) Zum Bild: 1. Kameraoberteil in das Unterteil einsetzen 2. Evtl. Reservefilm in das Filmreservefach einlegen 3. Mit der Abdeckkappe das Filmreservefach verschließen. Damit werden gleichzeitig die beiden Kamerateile fixiert. Die Kamera dürfte sehr schwer zu finden sein, da die Firma INDRA,Frankfurt nur wenige Monate existierte. Na , das ist doch was....denke ich. Dann finde ich sie auch bei Abring und Kerkmann...und nirgends ein Foto, nur Zeichnungen, bzw. die Fotokopie einer Anzeige. Und im "McKeown´s price guide to antique + classic cameras" Ausgabe 95/96 rühmt man sich, daß man von allen vergleichbaren Publikationen der einzige Katalog ist, der ein Foto besitzt und abgedruckt hat. Die Kamera wird als sehr selten und mit 150 bis 225 Dollar eingestuft. Und als ich dann etwa zwei Jahre später in den Katalog eines Auktions- hauses schaue, bin ich mir erst recht sicher, ein besonderes Schnäppchen gemacht zu haben: Eine Indra-Lux wechselt für DM 380,-- den Besitzer!!
Ergänzungen seit der Veröffentlichung dieser Seite (Mitte Mai 1997) Von Herrn Rudolf Hillebrand, Neuss kommt der Hinweis, das sich eine Indra Lux im Zeiler Fotomuseum befindet. Außerdem wird sie im Kadlubek Sammlerkatalog erwähnt, sogar mit Foto! Danke für diese Informationen!
Und hier noch eine eigene Ergänzung: Dieser Tage fiel mir beim Durchforsten meiner Sammlung eine Notiz in die Hände, die ich im Sommer 1993 beim Besuch einer Fotohistorischen Aus- stellung im Heimatmuseum Wiesbaden-Dotzheim gemacht hatte..... Dort war unter dem Ausstellungstitel Deutsche Fotoapparate im Wandel der Zeit ebenfalls eine INDRA LUX ausgestellt, aber auch vermerkt, daß eine INDRA LUX 1991 bei einer Versteigerung mit DM 445,-- ihren Besitzer wechselte...... Ja, so wird man in der eigenen Sammlung nach Jahren noch fündig! Weitere Versteigerungsergebnisse bei Cornwall, Köln: - Katalog Nr.21, lfd.Nr. 266 1x für DM 187,-- 1x für DM 265,-- jeweils Zustand C und Ausruf bei DM 140,-- So zu lesen in der Zusammenfassung von Auktionsergebnissen Teil 2 (Kataloge 19/85 bis 24/86). Herausgegeben von Jürgen Grethen,Bitburg 1987
Im Heft Nr. 18 (III/97) der Photographica-Zeitschrift Photo Deal ist diese Indra-Lux-Seite in Auszügen unter dem Titel "Das Super- Schnäppchen.....Indra-Lux" veröffentlicht. (Seite 26)
Und es geht weiter: 1. Juli 1997 Von Herrn Ulrich Vogt, Chefredakteur der Vereinszeitschrift Photographica-Cabinett der Gesellschaft für PhotoHistorica kommt die Information, daß in dieser Zeitschrift Anfang Juli ein mehr- seitiger Bericht unter dem Titel "Die Indra-Lux.....Auf den Spuren einer Eintagsfliege aus Plastik" erscheint. Der Vorabdruck läßt schon jetzt erahnen, welche Geschichten und Fakten rund um die INDRA-LUX mit zu deren Wert und zu einer größeren Aufmerksamkeit für diese Kamera beitragen werden. Herzlichen Dank an Herrn Ulrich Vogt! Und hier schon mal zwei tolle Fotos: Jacob Ingenbrand, der Konstrukteur der INDRA-LUX Frankfurt, Friedrichstr.47 Der ehemalige Sitz der Indra Camera Ges.mbh Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Photographica-Cabinett Werden Sie Mitglied und kommen Sie in den Genuß dieser hervorragenden Sammlerzeitschrift. Informationen mit Kontaktadressen gibt es bei mir!
Heute (29.07.97) kommt Post aus Slowenien! Dr. Marin Bajd, Zelena Pot 28, 1000 Ljubljana schickt mir mit einem netten Begleitbrief zwei Fotokopien einer Anzeige über die Indra-Lux. Sie stammt aus der Zeitschrift Photo-Magazin, 1. Jahrgang, Dez.1949!! Toll! Danke an Herrn Dr. Marin Bajd, Slovenija !!!
20.1.1999 Herr oder Frau U. Richter aus Leopoldshöhe schickt mir ebenfalls einen Zeitungsausschnitt aus Photomagazin 12/49!! Auch hier ein herzliches Dankeschön :-)))
Juli 2000 Die IndraLux als Aufmacher für die Homepage von Photographica Einem Photographica-Händler aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Jan.2001 Aus : "Standardwerk der Photo-Kino-Industrie" von 1950.
Entdeckt von Herrn Heinz Veddeler. Vielen Dank !
18.3.2001 EMail von Heinz Veddeler Auf der Suche nach Infos zu Photavit und Foitzik bin ich im
Dezemberheft 1949 des Photomagazin auf eine Indra-Lux Anzeige gestoßen. Bild ist angehängt. Viel Spaß damit. Viele Grüße, Heinz Veddeler
Im Februar 2002 bei EBay ersteigert: Die Bereitschaftstasche zur Indra-Lux.....sensationell !!!!
Die Indra Lux wird bei http://www.photographica.de mit 850,00 Euro gehandelt !!!

Wer hat weitere Infos zu dieser Kamera? Werbeanzeigen,Bilder,Kataloge,Prospekte?
Alle Digital-Fotos: W.Hambach (Download ist gestattet!) Quellennachweis: "McKeown´s" Ausgabe 95/96 S.248 (Mitte) "Abring II" S.91, Abb. 1549 "Kerkmann, Deutsche Kameras 1945-75" S.60, Nr. 362 "Cornwall, Historische Kameras 1845-1970" S.37, Artikel/Bild 102 "Club Daguerre (Fotokopie der Gebrauchsanleitung") "Gesellschaft für Photohistorica" + "Photographica-Cabinett"
letztes Update der Seite: 03.03.2003 01.27 Uhr Start-Seite / Home