PHOTO-PORST – Eine Unternehmensgeschichte
(Beitrag von Rudi Hillebrand aus PHOTO-DEAL)

Über sieben Folgen lief die Chronik des größten Fotohauses der Welt, das Firmengründer Hanns Porst
aus kleinsten Anfängen und mit ganzen 400 Mark Startkapital aufbaute, in PHOTODeal, bis sich
abzeichnete, daß die Unternehmensgeschichte als Buch veröffentlicht werden würde. Nun liegt dieses
Buch vor, das von Günther Kadlubek nicht nur recherchiert und geschrieben, sondern in eigener Regie
auch verlegt wurde.

Man kann wohl getrost behaupten, daß Hanns Porst und später sein Sohn Hannsheinz Porst, der in Folge
die Firmenleitung übernahm, wie kaum ein anderer dazu beigetragen hat, daß Fotografieren in Deutschland
zu einem erschwinglichen Hobby, ja zu einem Volkssport wurde. Nicht zuletzt die Teilzahlung, die vielleicht
von ihm nicht erfunden, zumindest aber zum Dreh- und Angelpunkt seiner Firmenphilosophie gemacht wurde,
hat maßgeblich dazu beigetragen, daß PHOTO-Porst von kleinsten Anfängen zum größten Fotohaus der Welt aufstieg. „Nur ein kleines Fünftel“ Anzahlung genügte, um bei PHOTO Porst Kunde zu werden, und manch einer ließ sich durch diesen verlockenden Einstieg dazu hinreißen, seine Freunde und Verwandte seine Umgebung und Erlebnisse, in Bildern festzuhalten. „Wer fotografiert, hat
mehr vom Leben“, so lautete einer seiner prägnanten Werbeslogans, mit denen Porst bei unzähligen Menschen den Wunsch weckte, eben auch mehr vom Leben haben zu wollen und der Hobby-Lichtbildnerei zu frönen. So wurde im Laufe von Jahrzehnten ein in die Hunderttausende gehender Kundenstamm aufgebaut, der eine ungewöhnlich enge Beziehung zu „seinem“ Lieferanten entwickelte, und das wurde von PHOTO Porst in einer besonders persönlichen Betreuung honoriert und gepflegt.

Die Unternehmensgeschichte der Familie Porst, die sich wie eine Erfolgsstory à la „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ liest, von Günther Kadlubek mit viel Akribie und Liebe zum Detail recherchiert und aufbereitet, beschreibt ein interessantes Stück deutscher Fotogeschichte. Auch wenn PHOTO Porst nie selbst als Her-steller  aufgetreten ist, sondern die unter seinem Markennamen vertriebenen Produkte zugekauft hat, so dürfte dieses Buch  auch Sammler und fotohistorisch Interessante allgemein ansprechen. Hier wird deutlich, wie zwei Menschen mit Einfallsreichtum, Beharrlichkeit, hohem persönlichen Einsatz und nicht zuletzt einer bemerkenswerten sozialen Einstellung den eigenen Mitarbeitern gegenüber, über Höhen und Tiefen ein Fotounternehmen geschaffen haben, das seinesgleichen sucht. Wie Vater und Sohn mit originellen Ideen denUmsatz unkurbelten, mit einer eigenen Schriftenreihe in Form des „Photohelfers“ und dem „Nürnberger Fototrichter“ die Kunden informierten, mit Schulungen und gemeinsamen Fotoreisen weiterbildeten und so noch stärker an sich banden, das ist schon eine Leistung, von der sich manches Unternehmen heute noch eineScheibe abschneiden könnte. Natürlich bleiben bei Persönlichkeiten vom Schlage eines Hanns oder Hannsheinz Porst Reibungen mit dem Umfeld nicht aus, seien es Mitbewerber, Lieferanten, Lokalpolitiker oder gar die Justiz, mit denen letzterer seine ganz besonderen Erfahrungen machte.

Günther Kadlubek ist es zu verdanken, daß diese Geschichte aufgeschrieben wurde und damit der Nachwelt erhalten bleibt

– sie hat es verdient.



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